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Realistische Entführungen und Psychofolter

von Emma Steel

Ist wirkliche Angst in einer Session möglich?

Du spazierst durch ein Stück Wald am Industriegebiet. Es dämmert.
Kein Mensch ist zu sehen.
Was für verlassene Ecken Berlin doch hat… Eine Nachtigall ist heute abend früh dran, findest du. Oder ist das ihre übliche Zeit? Hast du nicht neulich etwas über Singvögel im Fernsehen gehört? Du kramst in deiner Erinnerung, als plötzlich hinter dir Zweige knacken. Bevor du dich umdrehen kannst, liegst du auch schon mit etwas sehr dunklen über deinem Kopf am Boden und wirst von mehreren Menschen nach unten gedrückt, ein Arm schmerzhaft nach hinten verdreht.

Du bist in Panik, dein Herz rast, du versuchst dich zu wehren, zu treten, du zappelst, aber hast keine Chance. Es sind zu viele.
Du atmest schwer, versuchst einen klaren Gedanken zu fassen. Was ist passiert? Du hörst Frauen lachen. Spürst mehrere spitze Gegenstände an mehreren Stellen deines geschundenen Körpers- High Heels? Sind das Lederhandschuhe an deiner Wade?

Sie drehen dich jetzt auf deinen Rücken, endlich ist der Arm nicht mehr so verdreht, und ziehen grob den Sack, ist das ein Sack?, über Schultern und Oberkörper, der ist verdammt eng. Du windest und drehst dich, sie sind zu viele, überall wirst du festgehalten, getreten, kein Lachen mehr, nur gruseliges Schweigen und effektives Verschnüren. Du bist jetzt ein Paket, da sind kalte Stahlfesseln an deinen Füßen, und du merkst, du musst erst einmal aufgeben, Kräfte sparen, eine Fluchtmöglichkeit bedenken.

Du entspannst deine Muskeln für einen Moment, und plötzlich heben sie dich an, sofort wehrst du dich wieder, versuchst mit den zusammengebundenen Beinen zu treten, da ist wieder das höhnische Lachen, und du gibst wieder auf, wie viele sind das denn? Sie tragen dich weg. Du hörst ein Auto, Türen gehen auf, sie ziehen dich auf eine glatte Fläche, ist das ein LKW? Du merkst, dass dein ganzer Körper zittert. Die Angst ist wie ein zweites ich.

Du bist gefangen.


So oder so ähnlich könnte der Beginn einer langen Nacht aussehen. Oder mehrerer Tage?
Ein Ziel meiner Inszenierung ist, dass du jedes Zeitgefühl verlierst. Ein anderes Ziel ist, dass du immer wieder vergisst, dass dies eine Inszenierung ist.
Selbstverständlich habe ich alle Informationen über dich, deinen gesundheitlichen Zustand, deine Beweggründe, so eine Session zu buchen, sorgfältig geprüft und in meine Planung einfließen lassen.

Was mich kickt, ist das Verweben von diesen Parametern, die du gesetzt hast, mit meinen Methoden, dich zu kriegen. Dir wirklich Angst zu machen. Dich so zu beschämen, dass alles, was dich im echten Leben zu einem selbstbewussten, fähigen Menschen macht, für eine gewisse Zeit abgeschält, dir genommen wird.
Dabei ist es mir nicht wichtig, ob Schmerzen Teil des Programms sind oder nicht. Sicher, ich bin große Sadistin und liebe es, diesen Teil von mir einzusetzen. Aber noch viel interessanter ist es für mich, dich psychologisch zu unterwerfen. Dich so zu behandeln, dass du dir selbst dabei zuschauen kannst, über Stunden oder Tage hinweg, wie deine Persönlichkeit sich reduziert auf Angst, Scham und Geilheit.

Mentale Kontrolle fängt an, wenn ich den Code gefunden habe, der mir deine Weise zu denken und zu fühlen erklärt.
Manchmal besitze ich diesen Code schon, wenn ich deine email gelesen oder deine Stimme am Handy gehört habe.
Manchmal geht es während unserer Session darum, den Code zu knacken oder einen nächsten, noch einen, um immer mehr zu kapieren, wer du bist und wie du tickst. Wie ich dich leiten, beherrschen, benutzen, verführen kann- je nachdem, worum es bei dieser Begegnung geht.
 
Für die ganz Begriffsstutzigen möchte ich deutlich sagen: diese Art von Session sollte eine sein, die bei aller Härte und Unerbittlichkeit viel mit deinen erotischen Phantasien zu tun hat.
Sie soll eine Umsetzung deiner kühnsten sexuellen Träume sein. Nur, wenn du zwischendurch nass und hart bist, erreiche ich, was ich erreichen will.

Autorin:  Emma Steel

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