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Das LUX vergrößert sich

von Johanna Weber

Fünf neue Spielzimmer und wie es dazu kam

Eigentlich fing es ganz harmlos an. Im LUX haben wir das Luxusproblem, dass wir über zu wenig Räume verfügen um die Mietwünsche und die Kurse parallel unterzubringen. Nie hatten wir damit gerechnet als wir vor drei Jahren unser kleines Studio eröffnet haben.
Wir wurden förmlich überrollt von der Beliebtheit bei Kolleginnen und auch Kollegen, die alle bei uns arbeiten wollten. Wir dachten, das legt sich wieder, aber dem war nicht so. Ich möchte hinzufügen, dass es sich dabei nicht um einen Massenandrang handelt, sondern um absolut überschaubare Personenzahlen, die aber für unser kleines Studio zu viel sind oder waren.
Zögerlich reagierten wir mit „Personalstopp“, und fast alle Privatvermietungsanfragen haben wir abgelehnt. Auch unser Kursangebot mußten wir zusammenschrumpfen. Dies war besonders Schade, da wir so viele gute Ideen für neue Kurse haben. Und so kam dann der Gedanke, uns nach einem separaten Kursraum in Fußnähe zum Studio umzusehen.

Und wo wir grad so schön beim Suchen waren, kam dann von unserem Team der Wunsch nach einer Klinik dazu… und wenn schon denn schon… wurde auch gleich Bedarf an einem „echten“ Latexraum angemeldet.
OK, also drei Zimmer.

Leichter gesagt als getan, denn einen Vermieter zu finden, der sich über eine „Prostitutionsstätte“ in seinem Haus freut, ist nicht so leicht. Das kannten wir ja schon von unserer damaligen Suche für die aktuellen Studioräume. Aber diesmal wußten wir ja schon besser Bescheid an weöchen Standorten wir gar nicht gucken brauchen weil die Stadtplanung eh NEIN sagt. In der Ringbahnstraße z.B. geht es nur auf der Straßenseite, wo das LUX beheimatet ist. Auf der andren Seite ist „allgemeines Wohngebiet“, und dort sind Prostitutionsstätten ausgeschlossen.

Nachdem wir bei der Suche gefühlte zehn bis 20 Mal abgelehnt wurden als Mieterinnen, sprang uns eine Anzeige ins Auge, die wir zunächst gar nicht Ernst genommen haben. 253m2. Viel zu groß und zu teuer.
Irgendwie ließ mir die Anzeige aber keine Ruhe. Irgendwas zog mich magisch an. Adressen stehen ja bei den Annoncen nicht dabei, sondern nur Stadtteile.
Das Haus kam mir aber auf den Fotos so bekannt vor.
Und dann wußte ich es.
Es ist das Gebäude, wo das Insomnia drin ist. Für alle Nichteingeweihten, das Insomnia ist eine sehr bekannte Fetisch-Party-Location.
Aha, dachte ich, in der Immobilie kann man ja wohl kein Problem mit uns haben.
Und exakt so war es auch.
Bei der Besichtigung der Räume war uns allen dreien klar, dass das unsere Location ist.

Ich hatte auch schon meiner Gewohnheit entsprechend diverse Exeltabellen mit Investitionsplan und einem fetten Businessplan erstellt.
Meine Tabellen sagten: „Es ist zu schaffen, aber es wird hart!“
Wenn ich jetzt sage, dass diese Worten reichten, um uns den Mietvertrag zuzutrauen, dann stimmt das nicht ganz.
Den letzten Tropfen in das Fass gab dann die Baubehörde. Man teilte uns mit, dass es vorstellbar sei, dort eine Prostitutionsstätte zu genehmigen. Und dann haben wir zugeschlagen.
Inzwischen hat die Baubehörde den vorläufigen Antrag genehmigt. Es bestehen keine Bedenken gegen den Betreib einer Prostitutionsstätte in dem Gebäude. Das Gewebeamt hat unseren Antrag auch angenommen, und somit können wir loslegen.
So richtig loslegen können wir allerdings erst, wenn die offizielle Baunutzungsänderung da ist. Es geht da um Denkmalschutz, Brandschutz und so weiter.

Und wir sitzen nun schon seit fast zwei Monaten auf einer fetten Baustelle.
Mittlerweile verlaufe ich mich nicht mehr in den verwinkelten Gängen und stelle mir auch nicht mehr die Frage, ob ich wahnsinnig bin.
Nein, das Studio wird der Hammer.

Es wird einen riesengroßen Kursraum geben mit Deckenkonstruktion aus antiken Holzbalken, einer Bühne und alten Turngeräten. Emma Steel hat noch so einige Überraschungen eingeplant für den Raum. Er ist noch nicht mal halb fertig und schon jetzt extrem beeindruckend. Außerhalb der Kurszeiten können dort natürlich auch Sessions stattfinden.

Eine Klinik gibt es im Retrostyle. Wochenlang durchforsteten unser Klinikteam und ich die Kleinanzeigenseiten, um die passenden Möbel zu ergattern. Das war ein tolles Gemeinschaftsprojekt. Ja, ich muss den Klinikdamen und -herren eh noch einen großen Dank aussprechen, denn sie waren es, die sich „heimlich“ zusammengetan haben und mir ihr Wunschkonzept für die Klinik vorgelegt haben. Das entsprach leider überhaupt nicht meinen Plänen. Aber sie hatten Recht, und ich mußte umdenken. Die Klinik wird wunderschön, und ich freue mich wirklich, dass wir auch solche Sessions dann im LUX anbieten können. Sicher, Doktorspielchen sind auch im aktuellen Stahlzimmer möglich, aber so richtige Klinikatmosphäre kommt da ja nicht auf. Und in Zukunft wird es nicht nur einen hochtechnischen Gynstuhl geben, sondern auch ein Krankenhausbett mit Segufix…


Spannend wir auch das Studierzimmer. Velvet Steel richtet es es. Es soll gar nicht nach SM aussehen. Die Spielsachen und Fixierungsmöglichkeiten sind versteckt. Es gibt stattdessen einen großen Schreibtisch für Rollenspiele, ein opulentes Biedermeiersofa, einen dezenten aber sehr effektiven Beichtstuhl, eine Kreidetafel, die nicht nur für Schulsessions dienen kann, sondern noch ein Paar weitere Überraschungen bietet.

Ein Leckerbissen ist sicher auch der Latexraum. Wir scheuen keine Kosten und Mühen. Protz… OK, jetzt fahren wir mal wieder runter. Ich darf mir einen Traum erfüllen. Das Ufo wird angeschafft. So ist der Arbeitstitel für den Behandlungsstuhl „Boomer“ von Style Fetisch. Komplettfixierung, Kopf, Arme, Beine, sogar die Finger…. herrlich. Was für ein wunderbares Machtinstrument.

Und dann haben wir noch ein fünftes Spielzimmer. Es ist ein Raum für die Basisausstattung: Fesselbett mit Käfig und Spanking-Auflage, elektrischer Flaschenzug, Andreaskreuz mit Halspranger und Fesselstuhl „Punischer“ von Evil Toys.

Aber das ist noch nicht alles.

Wir haben einen Latexwaschraum, zwei große Badezimmer mit offener Dusch- und Spielfläche und eine Zusatztoilette neben der Klinik. Nicht zu vergessen der kleine Seitenarm im Flur, der unsere TV-Ecke wird. Dort finden Transvestiten, Damernwäscheträger, Strumpffetischisten usw. die passende Ausrüstung.

Natürlich können die Räume auch von Privatpersonen angemietet werden oder auch für Foto- oder Filmaufnahmen genutzt werden.
Anfragen bitte unter VERMIETUNG

Wir freuen uns ab jetzt auch wieder über Menschen, die bei uns arbeiten wollen. Arbeiten ist ja nicht das richtige Wort, denn wir sind ja nur Vermieter der Räume.
Aber der "Einstellungsstopp" ist aufgehoben. Für uns ist dabei Geschlecht, Alter und Herkunft egal.
Anfragen bitte an: Info@studioluxberlin.de

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Autorin: Johanna Weber

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