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Das LUX in den Medien

von Johanna Weber

Blicke hinter die Kulissen eines Domina-Studios

Lux in den Medien

„Was? Ein Journalist will an unserem Infoabend über das Arbeiten als Domina teilnehmen?“ Velvet Steels Blick zeigte deutliche Skepsis. „Das ist der Online-Redakteur des Werbeportals Berlin Intim. Der will da was über uns schreiben.“ Ich konnte die unausgesprochenen Befürchtungen der Kollegin sehr gut verstehen, denn wie schnell macht die Presse aus einem mit Herzblut eingerichteten, kleinen Dominastudio einen finsteren Platz, wo Abartiges und Perverses ausgelebt wird und man seines Lebens nicht sicher ist. Wie leicht wird aus einem bewußt auf Selbstständigkeit und Teamgeist aufgebauten Geschäftskonzept ein skrupelloser Ausbeuterbetrieb, in dem Frauen unter bestialischen Bedingungen zu sexuellen Dienstleistungen gezwungen werden.

Aber bei dem Herren von Berlin Intim war ich mir sicher, dass solche Räuberpistolen dort nicht kommen würden. Im Gegenteil, der sehr sympathische und gedankliche offene Redakteur des Online-Portals war so angetan von unserem Studio und dem Kurs, dass der Artikel etwas länger wurde: LINK zum Artikel

Schön, wie dort das Behörden-Dilemma beschrieben wird, welches wir durchlaufen mußten um eine offizielle Zulassung für das Studio zu erhalten:
„Stolze eineinhalb Jahre suchten die beiden Dominas nach einer Bleibe für das LUX. Immer wenn sie dachten, eine geeignete Immobilie gefunden zu haben, schüttelten die Beamten bei der Baubehörde, Abteilung Stadtplanung, den Kopf.“

Kurz darauf erhielten wir eine Anfrage von einer Berliner Musikerin, die für ihren Video-Blog eine SM-Kulisse benötigte. Simonetta Ginelli, alias Hauptstadtharfe, wollte einen Hit aus ihrer Jugend vertonen. „Do you really want to hurt me“ von Culture Club sollte etwas illusterer interpretiert werden. Simonetta kam auf die Idee mit der SM-Kulisse, weil sie bei einem Auftritt als Gag ein  Latexkleid trug. Die wunderschöne, langhaarige Frau mit glitzerndem Latex an der Harfe. Na, dass das gut ankam, ist mir völlig klar.
Wir hatten viel Spaß zusammen im LUX, und der Video-Blog findet sich HIER

Als nächstes kam eine Anfrage einer BILD-Journalistin. Die sehr eloquente Dame mußte reichlich Überzeugungsarbeit leisten bis wir uns zum Boulevard-Blatt-Striptease überzeugen ließen. Die wirklich interessierte  Journalistin hörte uns sehr aufmerksam zu. Sie hat auch viel verstanden und Dinge zugelassen, die nicht in die üblichen Denkmuster des Bild-Lesers passen. Sie hätte einen wunderbaren Artikel schreiben können, aber das übliche BILD-Format gibt eben kaum mehr als zehn Zeilen her. Sehr enttäuschend für uns und besonders für die motivierte Journalistin, denn sie hatte auf einen längeren Beitrag in der BZ gehofft. Tja, da recherchierst du, und hörst zu, fragst aufmerksam nach und schreibst und machst, und dann kommen 10 Zeilen dabei heraus. Na, das wäre kein Job für mich. Aber in der BILD sind wir dann gar nicht so schlecht weg gekommen. LINK zum Artikel

Fast gerührt war ich als die Online-Platform VICE auf die Idee kam, Sexarbeitende nach ihren Vorstellungen zu ihrem idealen Arbeitsplatz zu befragen. Kollegin, Lena Morgenroth, beschrieb das LUX. Das tut gut. Danke!
Lena schreibt dort: „Meinen idealen Arbeitsplatz muss ich mir gar nicht wünschen, ich habe ihn schon. Ich arbeite seit einem Jahr in einem SM-Studio in Berlin, in dem ich mich für die Zeit, in der ich die Räume brauche, einmieten kann.“
LINK

Und dann war da noch die super engagierte Redakteurin des Online-Portals „kaufmich“. Die größte Deutsche Vermittlungsplattform für Escorts verfügt neuerdings über ein Magazin. Dort soll nicht nur aus dem Nähkästchen geplaudert werden sondern auch Politisches zu finden sein. Sehr gut. Und so freuten wir uns, dass wir portraitiert werden sollten.
Es war ja klar, dass wir mit der Redakteurin nicht nur über das LUX plauderten, sondern auch allgemein über Arbeitsbedingungen, Motivation und die guten alten Zeiten, als wir in unserer Branche noch extrem viel Umsatz gemacht haben. Schnell glitt das Gespräch über ins Politische  und wir waren bei der geplanten Registrierung für Sexarbeitende und den vermutlichen Auswirkungen. Aber davon will ich jetzt nicht anfangen, denn das sprengt den Rahmen. LINK zum Artikel

P.S.:
Zum Artikel von kaufmich und unserer Darstellung dort möchte ich noch sagen,
falls es Kolleginnen geben sollte, die unser Konzept spannend finden und sich selbstständig machen wollen, dann freuen wir uns über Nachahmer. Auch sind wir am Austausch mit anderen Studios interessiert, denn auch wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen.

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Autorin: Johanna Weber

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