Ferdinand Krista

Intime & subtile Dominanz

DOM

Alter: 32

Lieblingsaktivitäten in einer Session

  • Humiliation
  • Rollenspiele
  • Tease and Denial
  • Machtspiele und Psyche
  • Cuckold


Aktuelles Lieblingsspielzeug:
In einem kleinen Lederetui trage ich es bei mir, halte es immer griffbereit in meiner Nähe. Es mag zwar auf den ersten Blick unauffällig und harmlos erscheinen, doch ich verstehe mich genau auf die pointierte Nutzung meines Materials: Meine mit feinem Saphirstaub bedeckte Nagelfeile kommt präzise zum Einsatz. Sie liegt als stille Drohung vor dir, während du meine Schritte hinter dir hörst. Du siehst das spitz auslaufende Ende blitzen, wenn ich sie in meinen Händen drehe, spürst die raue Fläche an deinem Kinn, während ich deine Haltung korrigiere. Wie kleine Peitschenhiebe schnellt sie auf gespannte Haut.

Mein Lieblingsspielzeug ist für mich nicht nur rein praktisch und vielseitig einsetzbar, sondern es steht gleichsam symbolisch für meine Herangehensweise als Dom: es sind nicht die pompösen Effekte, die dich in den Zustand befördern, in dem ich dich haben will, sondern die bewusst gesetzten, peripheren Wahrnehmungen.

Was für ein Dom bist du? Was macht dich dabei aus?
Als Dom zeichnet mich vor allem meine spielerische Kreativität aus. Ich will meine ergebenen Subs ergründen, ihre Wünsche und Fantasien genau kennenlernen. Ich setze kein festgelegtes Repertoire an Mitteln und Gegenständen ein, um ohne Umwege und nach strengem Drehbuch einen gewünschten Effekt zu erzielen. Grundlage meiner Arbeit ist die Erzeugung einer individuell angepassten Atmosphäre, die meine gesamte Session trägt. Sie kann düster sein und schwer, aber auch lustvoll und voller Humor. Ich umkreise und reize aus, ohne dabei zu zerfasern, ich durchleuchte und erforsche, um vorzuenthalten oder zu geben, ich bin sehr zärtlich und intim, aber auch unnachgiebig und bestimmt, charmant und verwegen. Ich liebe es, neue Kinks bei meinen Subs und bei mir selbst zu entdecken sowie meine Macht als Dom an wohl bekannten Gelüsten zu beweisen.

Was ist Dominanz für dich? Was liebst du an SM?
Dominanz lässt sich für mich nicht in einer einfachen Definition fassen. Zu sehr kann sie sich von Mensch zu Mensch, von Session zu Session unterscheiden.

Meine Dominanz auszuleben bedeutet, mich hinzugeben. Ich beobachte dabei die Mimik, die Reaktionen und die Regungen meiner Subs, um selbst darauf reagieren zu können und Kontrolle zu gewinnen. Ein Spiegel im Spiegel. Gibt man sich meiner Dominanz hin, dann versenkt man sich in Scham, Schmerz und roher Wollust oder anderen sehr tiefen, sehr menschlichen Empfindungen.

Dominanz ist für mich das Zusammenspiel von subtiler Macht und der Freiheit, diese in vielen Facetten zum Ausdruck zu bringen. Dominanz kann laut und leise sein, sie kann auch völlig schweigen, ist aber permanent spürbar. Dominanz ist Verantwortung und Entgrenzung, sie bedeutet Kontrolle, Loyalität, Konsens und Hingabe. Sie ist Versenkung in vielen Formen und Verschränkungen. Sie kann beängstigend sein oder bestärkend, und im besten Falle ist sie beides zusammen.

Wie hast du angefangen mit diesem Job / was hat sich seither verändert?
Einen, vor allem mir selbst gegenüber, ehrlichen Umgang mit der eigenen Sexualität zu finden, war für mich ein schwieriger Prozess. Erst recht spät realisierte ich, wie befreiend es sein kann, offen Lust zu empfangen – und vor allem geben zu können. Innerlich vor die Wahl gestellt zwischen „Versagungen und angespannter Verklemmung“ oder „Spaß und Experimentierfreude“ wollte ich nicht länger ängstlich abwägen – und entschloss mich, meine Dienste als Escort anzubieten. Mein Einstieg in die Sexarbeit war zunächst geprägt von starkem Vanillegeschmack. Doch mit der Zeit kamen weitere Noten hinzu. Cuckold-Szenarien, Macht- und Rollenspiele. Die Kontrolle über die Phantasie der Menschen und über die Situation zu haben war ein beeindruckendes Gefühl.

Auch mein privates Sexleben war zunehmend geprägt von meinem Interesse für BDSM. Ohne dass ich eine bewusste Entscheidung getroffen hätte, geriet ich in den Sog dominanter Spiele. Fand mich wieder, begierig lauschend bei Erzählungen von Kolleg*innen. Irgendwann saß ich in ihren Lehrstunden, dann lag ich in ihren Sessions – und stand schließlich selbst „auf der anderen Seite“. Was bleibt als Fazit meiner Genese zum Dom? Es ist befreiend. Und vor allem macht es Spaß!