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Das perfide Rollenspiel: Verhör

von

Polizeituniform statt Leder

Dominus Berlin beim CBT

Wenn man nicht jeden Abend zusammen auf der Fernsehcouch sitzt, und ein Treffen somit was Besonderes ist, dann schafft man es besonders gut, sich authentisch in unterschiedlichste Rollenspiele reinzufuchsen. Mit meinem Spielpartner Alex gelingt das immer prima, denn der Kleine ist auch Schauspieler, daher besonders gut dafür geeignet. Nach unseren Arztspielen, die in eine ultra-Fist-Session ausartete, haben wir uns diesmal vorgenommen, dass ich den Kleinen als Polizist verhafte und verhöre, zusammen mit einem weiteren Kollegen.

Wir sprechen ab, dass er mir sagen soll, wo er (fiktive) Drogen versteckt hat. „Draußen im Auto unter der Rückbank“ ist dann die Auflösung, das wissen wir. Was ich mache, um an diese Informationen zu kommen, wie lange er das aushält, wird nicht ausgemacht, um den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Nichts ist schlimmer, als perfekt inszenierte Drehbücher - das betrifft übrigens jedes BDSM-Spiel, und ich glaube ich spreche da für fast alle KolegINNen: bei zu vielen Vorgaben wird niemand steif bzw. feucht.


Es macht noch mein neuer Kollege in Ausbildung mit: Sir Lephius. Er ist irgendwie ich in jung, d.h.: völlig begeistert von allen BDSM- und Fetischthemen, und völlig entspannt und willig, jene auch als Dienstleistung anzubieten - aber bisher nur privat Erfahrungen gesammelt. Zudem ist er schön groß und verdammt gut ausgestattet. Passt also perfekt für eine Ausbildung beim Dominus.

Trotz seiner beeindruckenden Ledermontur fehlt es meinem Sir Lephius noch an einer Polizeiuniform. Ich leihe ihm also meine Leder-Jacke mit der Polizeiaufschrift, sowie meinen grünen Streifenpolizist-Pulli, und ich nehme mein klassischem Polizeioutfit nebst Schlagstock sowie Handschellen am Gürtel und warte als Kommissar drinnen. „Das wirkt“, denken wir, als wir uns vorm Spiegel im Outfit betrachten.

Abgehen kann es wie immer im Studio Lux, genauer gesagt, in meinem heißgeliebten Stahlraum. Der Raum ist gleich im EG und - dem Vorhaben entsprechend - distanziert kühl. Lephius fängt den Kleinen gleich draußen ab, während ich drinnen im „Verhörraum“ sitze und warte. Ich höre nicht genau was er sagt, weil er draußen ist und es schön ruhig sagt. Er lässt einfach seine Körpergröße und das Leder auf den Kleinen wirken, bleibt sachlich und ruhig. Bin gleich beim ersten Mal stolz auf meinen neuen Kollegen - gibt ja nichts Unprofessionelleres, als einfach rumzubölken, um Unsicherheit mit Lautstärke zu überdecken. Viel Arbeit werde ich erwartungsgemäß bei Lephius nicht mehr haben. Alex kommt brav mit -sichtlich noch nicht stark beeindruckt - aber zumindest schon ins Spiel hineinversetzt.

Beim Reinkommen sieht er mich bekleidet mit meiner Polizeiuniform, in der Mitte des Raumes stehen.

Die grelle OP-Lampe ist eingeschaltet und zeigt auf den Boden. Daneben zwei Holzstühle, die sich gegenüberstehen. Und auch ich starte mit der subtilen und ruhigen Nummer, und frage sachlich wo er die Drogen versteckt hat. Es scheint, dass mein Spielpartner nun das Spiel von sich aus ankurbeln will, weil es ihm in der Summe zu subtil ist. Alex fragt relativ cool, was das denn alles nun hier soll, schließlich wären wir ja nun keine echten Polizisten, und das wäre auch kein Polizeirevier. Hui, das war harter Tobak, denn mir bleibt nun entweder die Möglichkeit, mich ebenfalls aus dem Spiel zu begeben und dann schon fast höflich zu erklären, dass man so nicht das Spiel verlässt, oder eben diesen Anlass zu nehmen, und ordentlich auf die Kacke zu hauen. Ich entscheide mich für das Zweite, denn ich weiß, dass mein Spielpartner diesen Tanz entlang Spiel und Wirklichkeit beherrscht, und für den absoluten Notfall haben wir ein Stoppwort ausgemacht. Jetzt ist es dann doch Zeit, mit der Subtilität aufzuhören, sich aufzubäumen und den Machtanspruch durch Lautstärke und Kraft zu verdeutlichen.

„Was das hier soll, fragst Du, kleine F*tze? Ich glaub‘, Du kleine Schwuchtel bist schon lange nicht mehr gef*t worden, was?“ Ich packe ihn und drücke ihn auf den Stuhl, klatsche ihm richtig fest eine ins Gesicht, nehme seinen Mund in meine Hand und schaue tief in seine Augen: „Du wirst jetzt hier brav mitspielen, so wie ich Dir das sage und so wie ich Bock habe das hier zu machen, sonst werde ich dich dermaßen verprügeln, dass Du Dir wünscht nicht hergekommen zu sein.“ Lephius ist sehr überrascht, während Alex mit der Reaktion sogar ein bisschen gerechnet hat und - so wie er selber später sagt -, sich dieses latente Angst-Gefühl sogar gewünscht hat.

Diese Angst, die dadurch ausgelöst wird, dass man die Grenzen zwischen Spiel und Realität verwischt.

Das ist tatsächlich ein prima Träger der Teilnehmer IN das Spiel. Zugegeben, das ist schon ziemlich viel, aber wenn man weiß, dass Angst erregt, dann geht das. Ich habe einem vor mir gefesseltem Typen mal gesagt, dass ich heute die Tabus nicht einhalten werde und er sich gern beschweren kann, dass der Dominus nicht anständig war, denn es wird ihm kim Nachgang keiner wirklich helfen. Tatsächlich scheint es so, dass Staatsanwälte in der Praxis eher zurückhaltend mit Anzeigen innerhalb von BDSM-Beziehungen, die über die vereinbarten Grenzen hinaus gehen, sind.

Alex schluckt und nickt leicht mitgenommen. Er erkennt, dass ich durch meine harte Ansage zum Spielverlauf nun richtig emotional im Flow bin und es weh tun könnte, wenn er nicht weiter mitmacht. Die Schmerzen einer spontanen Ohrfeige lösen bei ihm keine Erektion aus, also kann er da gut drauf verzichten. Unsere mangelnde Authentizität als „sexarbeitende Polizisten“ aufzudecken hat grad schon nicht geklappt, also bleibt ihm nur mitzuspielen. Der Dominus hat somit das erste Teilziel erreicht.

„Ausziehen“ sage ich nun wieder in einem subtilen Ton.

„Ja, fein, Hosen runter“ verstärkt Lephius etwas lüsternd im Hintergrund. Mit einem Schamgefühl spiele ich bei der Aktion nicht, denn der Kleine kommt mit seinem Körper gut klar, sieht auch sexy aus, jedoch der Fakt, dass er nackt und wir in Vollmontur sind, unterstreicht die Position, in der er sich nun mal befindet. Man stelle es sich vor, dass man nackt in irgendeinem Dominastudio sitzt, und zwei Männer in Uniform bedrängen einen intensiv und distanzlos – also, da kann man noch so viel vorher abgesprochen sowie auch dafür bezahlt haben: diese Situation wirkt. 

Die grelle OP-Lampe ist auf ihn gerichtet, Lephius steht hinter ihm und verstärkt meine Handlungen oder Aussagen.

Alex und ich liefern uns ein Wortgefecht, wobei Alex ganz schön tief in seiner Opferrolle versinkt, und ich mich in der Machtposition sonne. Ich lege ihn wie einen zu erziehenden Knaben übers Knie, versohle ihm den Arsch und kommentiere das noch süffisant on top. Sein Kopf wird mittels unserer mächtigen Lederstiefel auf den Boden fixiert. Später noch ein paar Tritte in den Arsch - aber er hält still und verrät nichts.

Mein Arsenal an Gemeinheiten kennt keine Grenzen.

Und ich habe das Gefühl, dass Alex, wie viele Andere auch, sich bei diesem Spiel selber erkunden wollen, frei nach dem Motto „wieviel Terror packe ich?“ 

 „Gut,“ sage ich, „wenn Du uns nicht sagen willst, wo du kleines Dreckstück deine Drogen versteckt hast, dann geb ich dich mal zur Nutzung frei. Herr Kollege, kannst ihn jetzt in den Arsch fi*en.“ Ich packe den sich nun auch etwas wehrenden Kleinen und drücke ihn mit seinem Kopf auf den Bock. Zugegeben, es fällt nicht schwer, weil ich einfach doppelt so viel Kraft habe. Seine Hände fessle ich auf dem Rücken und einen Knebel gibt es auch noch ins Maul. Lephius holt derweil sein Ding raus, was bereits hart ist, weil er auf solche Sachen voll abfährt, und zieht sich lediglich ein Kondom drüber, mit ordentlich Gleitmittel.

„Haha, darauf habe ich gewartet“ sagt Lephius und schiebt fast rücksichtslos sein dickens Teil in das kleine Popöchen. Ich liebe diesen Blick von den Bottoms, wenn man eindringt, und sich die Augen kongruent zur Rosette öffnen. Der Kleine sagt nichts, lässt einfach geschehen und ich spüre, dass er gar nicht weiterreden möchte, sondern diese nette Benutzung genießt. Es ist so schön, eine Sinnhaftigkeit für die Penetration durch eine Story zu haben.

Mein Kollege weiß, dass es in diesem Augenblick nicht um das Fi*ken selber geht, sondern um den „Mindfuck“, daher liegt in der Kürze die Würze. Anders ausgedrückt: man will den Partner hier nicht „anal besonders toll stimulieren“, sondern erniedrigen durch Missbrauch. Er nimmt ihn schnell sowie hart ran, und kommt dann zügig.

Ich höre Alex was nuscheln und nehme daraufhin den Knebel ab: „Draußen im Auto, unter der Rückbank“.
Game over. 

Erschöpft kuscheln wir uns zu dritt auf die kleine Liege und erzählen uns, wie wir alles erlebt haben.

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Autor: Dominus Berlin

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