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Warum das LUX mein zweites Zuhause ist

von Gastbeitrag

Gedanken eines treuen Kunden

Tja, in diesen Zeiten, in denen Corona unser aller Leben beherrscht, ergibt sich genug Gelegenheit sich seinen Tagträumen hinzugeben. Da ist diese Sehnsucht- von Tag zu Tag wächst sie mehr in mir. Unkontrolliert hat sie mich mittlerweile überrollt. Dies hätte ich nie gedacht das mir das passiert, weil ich irgendwie ein frei-lebender Mensch bin. Mein Beweggrund, diese Zeilen schreiben zu wollen,  ist irgendwie ganz einfach und irgendwie doch nicht.

Von den ganzen Einschränkungen, die nicht nur Deutschland gerade erlebt, ist leider auch das Lux betroffen- und erst einmal dicht. Niemand weiß, wann sich die Pforten wieder öffnen werden, und ja mir fehlt es. Das Lux ist für mich ein wichtiger Ort in meinem Leben geworden. Dort habe ich eine zweite Heimat gefunden, in der ich als Mensch zur Ruhe komme.

Erst mal kurz zu meiner Person. Ich nenne mich gerne kleiner Werwolf, gehe stark auf die 40 zu...und ach ja gehen ist nicht drinnen bei mir...Ich rolle stark auf die 40 zu. Ich habe das Glück seit meiner Geburt eine Behinderung zu haben, womit ich doch trotz vieler alltäglichen Hindernisse gut zurecht komme.  TS bin ich auch, was gerade, wenn es um das Thema eigene Sexualität und rund um echt ein Spagat sein kann bzw ist...oder das findet alles wieder nur in meinem Kopf statt...

Mein Nickname mag ich sehr, weil ich Wölfe und Hunde sehr liebe. Gerade Wölfe spiegeln mein Wesen sehr gut wider-  wie ich mich oft fühle und was ich z.B. auch in einer SM Begegnung brauche. Ich brauche ein Alphatier, das mir eine starke Führung gibt, das mich regelmäßig in die Schranken weist und mir zeigt wo mein Platz ist. Klar als rangniedriges Tier versuche ich regelmäßig die Weltherrschaft an mich zu reißen, aber da kommt meine Gegenseite ins Spiel. Viele würden sagen ich bin renitent und unerzogen, aber es gibt eine Frau,  die es wirklich fertig gebracht hat, mich zu unterwerfen, dafür vergöttere ich sie und akzeptiere sie als Alphatier voll und ganz.

Diese Suche nach genau dieser einzigartigen Frau, die auf ganz natürliche, ehrliche und offene Weise SM lebt, hat jahrelang gedauert. Ich hatte die Hoffnung schon fast komplett aufgegeben, dass diese Suche jemals erfolgreich sein könnte. Vieles habe ausprobiert....vergebens. Schließlich bin ich über die Eingabe „barrierefrei“in die Suchmaske einer Suchmaschine über das Lux gestolpert.  Nicht viele Dominas geben in ihrem Profil an, ob sie Erfahrungen mit Behinderten haben. Dies war damals für mich eine wichtige Suche. Denn ich habe schon erlebt, von Dominas abgelehnt zu werden.  

Viel habe ich auf der Homepage herumgestöbert und schließlich kam der Tag, an dem ich die tollen Räume einmal selbst erleben durfte. Von Anfang an war ich sehr begeistert, dass man ohne Treppenstufen in die Räume kam. Dass ein Badezimmer groß genug war, dass man sich mit einem Rolli bewegen konnte. Ja und da war es um mich geschehen und ich hatte von Anfang das Gefühl,  ich komme nach Hause. Gerade das alte Lux mit dem Stahlraum und dem Holzraum, die haben mir es echt angetan.

Ich finde selbst in der heutigen Zeit ist es für einen behinderten Menschen nicht leicht, seine eigene Sexualität auszuleben oder gar zu entdecken. Erst recht nicht,  wenn man noch das Thema TS mitgenommen hat.

Da muss ich sagen, habe ich Menschen im Lux getroffen, die mir geholfen haben erst mal einen Zugang zu mir selbst zu kriegen. Hört sich jetzt wie Hokuspokus an, aber wenn du nie die Möglichkeit hattest, einen Menschen an deiner Seite zu haben. Menschen die ja auch echt einen Ekel oder Unsicherheiten empfinden, wie will man selbst dann seine Sexualität entdecken und erleben. Wenn man immer das Gefühl hat, man ist abstoßend und gefährlich. Die Begegnungen waren für mich heilsam und habe viel über mich gelernt und kann mittlerweile gut sagen was mag ich und was nicht. Die Menschen dort, so habe ich es erlebt, gehen sehr offen und sehr unkompliziert mit dem Thema Behinderung und TS um. So kann ich mittlerweile auch viel entspannter mit vielen Dingen umgehen.
Spannend war ja für mich auch,  wenn ich zu einer Domina gehe, wie weit hat sie Mitleid mit mir hat oder durchschaut sie mein Spiel. In meiner Vergangenheit habe ich oft einfach die Spiele beherrscht und habe ständig herausgefordert und kam nie an einem Punkt wo ich mal völlig KO war.

Bis ich auf Lady Johanna gestoßen bin und sie es geschafft hat, mein Alphatier zu werden. Sie hat eine Begabung in Menschen hineinzusehen und ihr ist das wirklich gleich wie Menschen aussehen. Am Anfang habe ich sie noch belächelt, weil sie zierlich wirkt und so eine Schönheit will doch nicht mit einem Rollifahrer spielen.

Was soll ich sagen sie hat es geschafft das ich klein bei gebe, mich unterwerfen kann und ihr treu ergeben bin. Behinderten Bonus gibt es nicht, auch wenn ich es manchmal doch hoffe. Bei ihr vergesse ich oft sogar das ich Rollifahrer bin oder mein Körper nicht so perfekt ist wie er sein könnte. Sie liebt es das was sie kriegt für ihre Bedürfnisse zu nutzen. Durch sie bin ich kein Heimatloser Wolf mehr, sondern habe ein zu Hause zu ihren Füssen gefunden.Diese Annahme stellte sich als ganz großer Irrtum heraus, bin ich doch in dasselbe Muster verfallen, sie ebenfalls nur nach ihrem Erscheinungsbild zu beurteilen.

Viele Fragen habe ich mir durch die Begegnungen im Lux beantworten können, und ja wie ich das selbst in meinem Blog schon geschrieben habe. Selten so viele offene und tolerante Menschen erlebt wie sie das Lux beherbergt.

Für mich als Rollifahrer war es ein 6er im Lotto weil Inklusion auch mit wenig Mitteln gelebt wird, einfach weil man offen für andere Menschen ist....
Daher hoffe ich,  dass diese Zeit bald vorüber ist, und die Tore des Lux sich wieder öffnen können...und bestimmt nicht nur ich endlich wieder nach Hause kann...

Danke, dass es euch gibt!!!
Euer kleiner Werwolf

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