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Zwischen Nähe und Härte

von Mademoiselle Clara

Die Entdeckung von Lustschmerzen

„Ich bin ein bisschen nervös“ sagt mir Alex, als wir das Vorgespräch beginnen. Zwanzig Minuten später steht er nackt in der Mitte des Raumes, seine Handgelenke sind an einem Ring gefesselt, der an der Decke hängt. Frei genug, um mich bei allem anzusehen, was ich mache; hilflos genug, um meine Macht über ihn zu spüren…Zu spüren, zu fürchten und zu begehren.

Ich drehe mich um ihn herum, fasse ihn an, rieche ihn, beiße ihn leicht, untersuche, was ich mit ihm alles machen kann. Ich schenke ihm ein letztes Mal die Nähe meines Gesichts an seinem, bevor ich beginne, ihn zu spanken. Das Spiel hat er verstanden, ohne dass ich es ihm erkläre: je mehr er von mir die harte Behandlung aushält und genießt, desto mehr habe ich Lust, ihn durch Nähe und Körperkontakt danach zu belohnen. Es geht nicht darum, den Schmerzen zu widerstehen, sondern darum, sie zu empfangen. Ich will sehen, was meine Hiebe in seinem Körper auslösen – Bewegungsversuch, Muskelanspannung, Kribbeln, Stöhnen, Schreien. Ich will mitfühlen.
Gleichzeitig ängstlich und erregt, gequält und glänzend. So wirkt sein Blick, wenn Alex vor mir kniet, seine Hände im Rücken. Ich stehe über ihn und nehme mir Zeit, diesen Blick zu genießen. Dann streichle ich seine linke Wange, und ohrfeige ihn. Nie verliert er den Blickkontakt. Ich fordere ihn heraus: „Die letzte Ohrfeige wird heftig. Hältst du sie aus?“ – er hält sie aus.
Später kann er mir seine Hingabe nicht mehr durch Blickkontakt vermitteln, denn er liegt auf dem Bauch, Hände und Füße an jeder Ecke des Betts fixiert. Auf seinem Rücken spürt er, dass ich mein Höschen ausgezogen habe. Er ist mir komplett ausgeliefert und das macht mich an. Ich will ihn jetzt nehmen. Ich stehe schnell auf, ziehe einen Plastikhandschuh über meine linke Hand und nehme Gleitgel. Fünf Minuten später knie ich rechts von ihm, eine Hand halb in seinem Mund, die andere halb in seiner anderen Körperöffnung. Dabei ist mein Ziel nicht mehr, ihm Schmerzen zuzufügen, sondern dass er durch mich etwas Ungewöhnliches fühlt und genießt.
Direkt neben dem Bett steht der Schlaginstrumententopf. Jetzt ist der Moment gekommen, an dem ich zu ihm greife. Alex hat den Lustschmerz entdeckt, das Spiel mit Härte und Nähe kann eskalieren.

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Autorin: Mademoiselle Clara

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