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Smartphone-Herrin

von Fräulein Eder

Die Smartphone-Herrin


SM im Jahr 2043

 

Studio Lux, Berlin. Ich beobachtete den jungen Mann vor mir genau. Sein Blick scannte meinen latexbewehrten Körper, meine stolze Haltung, den breiten Spalt im Schritt meines Catsuits und die Kabel und Schläuche, die daraus hervorquollen. Fast nichts konnte er von der zarten Haut meiner Scham sehen, so gewissenhaft hatte ich alle meine erogenen Stellen mit aufblasbaren, absaugfähigen, vibrierenden und elektrisierenden Hilfsmittelchen ausgestattet. Mein Sklave für diese Stunde war ähnlich präpariert wie ich. Wir hatten die Gerätschaften nach dem Vorgespräch und vor Beginn der Session angelegt, eine halbe Stunde hatte das gedauert. Dafür konnte ich jetzt spielen, spielen, spielen. Und mein Spielzeug, das da vor mir in den Seilen halb hing, halb stand, je nachdem, ob er sich lieber mit der Spreizstange auf die Zehenspitzen begeben oder dem Zug der Schnürung standhalten wollte, konnte meine Säfte auch ganz ohne den Technikkram zum Fließen bringen. Im Moment zeigten mir seine leicht zitternden, angespannten Waden, dass er mir noch stolz und aufrecht in die Augen sehen wollte.
„Na, spürst du es schon?“, fragte ich sanft, als wäre ich bloß mitfühlend-interessiert.
„Was?“, gab er verwirrt zurück.
„Das Fehlen.“ Ein wohlplatziertes Grinsen.
Finn zuckte mit dem ganzen Körper. Er gefiel mir immer besser. Ein junger Kerl um die 40, der bei Erregung zuckte und dessen Körper durch das standesgemäße, tägliche Fitnessprogramm bei diesem Zucken wie ein strammes Stück Schilfgras aussah.
Er blickte sich zum ersten Mal richtig im Raum um. Ich war kurz zur Nebensache geworden. Dann ging sein Blick zu meinem Gesicht zurück, und er verlor sich darin. Ich habe diese leicht entrückten Blicke, bevor noch richtig etwas geschehen war, schon immer geliebt.
„Bitte, dürfte ich meine Mails checken?“ Er meinte es noch nicht ernst, das war nur der Startschuss für unser Rollenspiel.
„Nein, das darfst du jetzt nicht!“ Ich ließ eine spektakuläre Pause. Diese einfache Tatsache, in einer Welt der antiautoritären Erziehung, des selbstbestimmten Lernens in der Schule, der Work-Life-Balance und der Stylefreiheit aus dem 3D-Drucker irgendetwas nicht zu dürfen, wirkte auf die meisten Männer heutzutage elektrisierend. Eine noch größere Faszination gab es für sie – fast – nicht. Finn wand sich in seiner Bondage und ging trotz Spreizstange und Aufhängung am Flaschenzug zwei winzige Schritte auf mich zu. Ich schüttelte ernst den Kopf. „Nein! Das hat überhaupt keinen Sinn, weg zu wollen, denn ich erlaube es nicht.“
Er zuckte wieder und senkte den Kopf. „Warum nicht?“
„Weil du unartig warst! Ich habe dir dein Smartphone weggenommen, weil du damit mit deiner Freundin gechattet hast, anstatt deine Übungsaufgaben zu lösen. Weiß der Himmel, was ihr da angestellt habt, auf der Virtual-Sex-App wart ihr jedenfalls beide online, und ich habe mir genau angesehen, dass ihr jungen Leute mit einem ferngesteuerten Dildo hantiert habt. Ich dulde keine Unaufmerksamkeit in meinem Unterricht!“
Seine Lippen waren fest zusammengepresst. Das hatte er schon immer gehasst, hatte er mir im Vorgespräch erklärt: Wenn andere über seine Zeit bestimmten. Die Schule war der letzte Ort gewesen, an dem ihm das passiert war. Diese arroganten Lehrerinnen, die ihn nicht ernst nahmen und ihm nicht zugestanden, seine Aufgaben dann zu erledigen, wenn er sich dazu bereit fühlte! Dieses sadistische Grinsen, wenn sie ihm als letzte Konsequenz das Handy wegnahmen und einfach willkürlich bestimmten, wann er es wiederbekommen würde. Ich hatte diesen Moment mit ihm nachgespielt und die Erniedrigung noch mit einem deftigen Eingriff in seine Privatsphäre gewürzt. Das war etwas, das bei Männern wie ihm einfach immer wirkte.
„Oder findest du, deine lächerlichen, kleinen Unterhaltungen und die Befriedigung deiner Freundin sind wichtiger als meine Übungsaufgaben?“
„Doch! Ich kann die Aufgaben schließlich immer machen!“
Ehe er es richtig realisieren konnte, hatte er schon eine deftige Ohrfeige kassiert. Er keuchte laut. Seine Augen wurden wässrig. Es war seine erste Ohrfeige gewesen, und ich hatte sie nicht so zelebriert, wie es diese ungeheuerliche Grenzüberschreitung eigentlich wert gewesen wäre. Einfach ins Gesicht geklatscht hatte ich sie ihm als Reaktion auf seinen Widerspruch. Genau wie er es sich insgeheim gewünscht hatte. Einfach einmal nicht entscheiden und argumentieren können, sondern eine willkürliche Konsequenz für die Missachtung einer willkürlichen Regel ertragen müssen.
Seine Erregung war ihm in der Körpermitte jetzt deutlich anzusehen. Der verkabelte Keuschheitsgürtel stand waagrecht vom Körper ab.
„Ich dulde keinen Widerspruch!“, flüsterte ich entschieden und kam ihm ganz nahe, wobei mir sein erschütterter Gemützustand und die tränenverhangenen Augen zupasskamen. Während mein Körper unter der Latexhülle fit und wohlproportioniert aussah, zeigte mein Gesicht mein gereiftes Alter. Übrigens war meine Unsicherheit gar nicht nötig, denn Finns Lehrerinnen waren damals auch alle ungefähr in meinem Alter gewesen. „Wenn du dich ab jetzt an die Regeln hältst, bekommst du dein Smartphone am Ende der Stunde wieder, ich verspreche es.“
Finn fing sich wieder. Flatternd holte er Atem. „Wo ist es?“
„Ich weiß nicht“, gab ich belustigt zurück. „Vielleicht ist es gar nicht hier im Raum?“
„Was? Wirklich? Zeig es mir, bitte!“
Ich unterdrückte einen genervten Laut. Wie für die meisten Anhänger der „Smartphone-Deprivation“ hörte auch für Finn an dieser Stelle der Spaß auf. Spielerisch das Recht über die eigenen Daten und die Kontrolle über die eigenen Sozialkontakte aufgeben – geil. Nicht zu wissen, wo das Phone gerade war – Tabu!
„Da ist es! Ich hatte doch gar keine Gelegenheit, es aus dem Raum zu tragen.“
Finn beruhigte sich, als er sein Smartphone sah, das er mir 20 Minuten zuvor in einer kleinen Zeremonie überantwortet hatte. Ich war seine Smartphone-Herrin. Es hing eine Menge Verantwortung daran, mit jemandes Smartphone zu agieren, auf sensible Daten gezielt (und für den Sklaven erkennbar) zuzugreifen, aber keinen Unsinn damit anzustellen. Die Domina von 2043 musste über die verschiedenen Betriebssysteme und die Eigenarten der gängigsten Handyhersteller Bescheid wissen, um nicht aus Versehen einmal tatsächlich einen unumkehrbaren Fehler zu begehen. In Japan begingen jedes Jahr an die 100 Manager Selbstmord, weil schlecht ausgebildete Dominas während der Sessions Geschäftsgeheimnisse verbreitet oder die sexuellen Neigungen ihrer Kunden in den sozialen Medien geteilt hatten. Hier in Deutschland passierte das auch, aber im schlimmsten Fall würde Finn mich eher auf Schadensersatz verklagen als sich umzubringen.
Die Spielpause hatte dem Schüler-Lehrerin-Rollenspiel ein bisschen den Witz genommen, fand ich. Unsere Zeit war auch schon fortgeschritten. Also befestigte ich Finns Smartphone in einer Halterung, die ich genau auf seiner Kopfhöhe von der Decke baumeln ließ, und holte dann mein eigenes Phone hinzu.
„Jetzt bist du doch erleichtert, nicht, Sklave? Dein Smartphone ist jetzt immer in Griffweite. Nun ja, du kannst halt gerade nicht zugreifen. Aber wenigstens weißt du immer, wo es ist und was es gerade macht.“ Das hängende Phone blinkte. Der Ton für eingehende E-Mails ertönte. Finns Interesse war geweckt.
„Darf ich das schnell checken?“, fragte er mit einem Mal ganz brav.
Ich sendete eine zweite Mail an Finns Adresse. Natürlich war ich auch für die erste E-Mail verantwortlich gewesen.
„Bitte, ich muss nur wissen, wer mir das geschickt hat.“
„Hm, nein, ich habe gerade keine Lust, dass du deine Mails checkst, während ich mit dir spiele. Das kannst du nachher machen.“
Finn zog so eine Schnute, dass ich auflachte.
„Wie wäre es, wenn ich jetzt einmal mein Smartphone an deins halte und wir schauen, was passiert?“
„Nein! Nein, keine Vergewaltigung! Nein!“
Finn war wieder voll im Spiel. Ein Bluetooth-Vergewaltigung, das machte alles so real! Sein kleiner Soldat kämpfte rhythmisch mit dem Keuschheitsgürtel.
„Ach, was muss ich mir von dir immer anhören.“ Ich näherte mein Phone langsam an seines an, während Finn die Luft anhielt und dann gequält japste, als ein entsprechendes Blinken die geglückte Verbindung der beiden Geräte anzeigte. Ich hielt die beiden länger als nötig in einer Hand und beugte mich mit sadistischem Gesichtsausdruck zu Finn vor. „Und schon ist mein Handy in deines eingedrungen…“, flüsterte ich fast und wartete, bis sein ängstliches Kopfschütteln mir zeigte, dass seine Überwältigung in ganzer Tragweite bei ihm angekommen war. Ich tippte gewichtig auf meinem Handy herum und machte ihm klar, dass ich dabei in seinen Daten herumwühlte. „Ui, das würde mich an deiner Stelle aber interessieren. Na ja, du hast ja nachher immer noch Zeit, deine Nachrichten zu lesen. Nicht?“ Anstatt tatsächlich in Finns langweiligen E-Mails zu stöbern, hatte ich die Einstellungen für seine vielfältige Verkabelung vorgenommen. Jetzt brauchte ich nur noch der Reihe nach die Buttons zu drücken und konnte seine Hilflosigkeit und Erregung gemäß meiner Choreographie steuern.
„Bitte, darf ich kurz checken, was da gekommen ist? Dann bin ich auch wieder brav.“
„Wer ist die Herrin?“
„Ich mache doch gleich wieder mit. Ich kann ein viel besseres Spielzeug für Sie sein, wenn Sie mich kurz nachschauen lassen. Bitte!“
„Wer ist hier die Smartphone-Herrin?“ Ich jagte einen erregenden Blitz durch Finns Genitalien.
Er zog hart die Luft ein, das Schilfgras neigte sich auf die anregendste Weise, und ich fühlte mich, als hätte ich den Blitz irrtümlich auch durch meinen Schritt geschickt. Ich fixierte ihn hart. „Ich warte.“
„Sie! Sie sind die Smartphone-Herrin. Sie dürfen darüber bestimmen, wann ich Zugang bekomme, wer meine Timeline sieht, was ich mit meinen Kontakten teilen muss…“
„Gut! Wir kommen ja weiter, das freut mich, dass du Fortschritte machst, Smartphone-Sklave.“
„Ja“, keuchte er. „Ich bin Ihr Smartphone-Sklave, und Sie können alles mit mir anstellen, mich bloßstellen, mich um Gnade winseln lassen …“
Ich trat ganz nahe an ihn heran und spürte das Prickeln, das seine Worte in mir auslösten. „Smartphone-Herrin“ war nicht mein eigener Fetisch, aber einen Mann so reden zu hören, ihn für einen Moment so in meiner Hand zu haben, das erregte mich einfach.
„Du redest zu viel, Sklave. Stell das ein.“
Der Keuschheitsgürtel pochte gegen die Kabel an meiner Scham. Finn senkte kurz beschämt den Blick. Dann brach es doch wieder aus ihm heraus. „Ja, Herrin, ich gehöre Ihnen und muss Ihre Befehle befolgen.“
„Plappergeist!“
Auf einem Tischchen lag schon die letzte Zutat für Finns auf die Spitze getriebene Erniedrigung. Ein Knebel, natürlich wie die anderen Utensilien an seinem Körper ebenfalls ein Hightech-Instrument, das ich mit ein paar Mal Fingertippen kontrollieren konnte. „Jetzt werde ich dich knebeln, denn du hast ohne Erlaubnis geredet.“ Seine Augen weiteten sich, als ich ihm den Knebel in die Mundhöhle steckte und am Hinterkopf fest verschloss.
Ich grinste spöttisch. „Was ist nur aus dir geworden? Jetzt bist du nur noch ein Sklave, ein Spielzeug in meinen Händen, und kannst nicht einmal mehr um Gnade winseln. Soll ich dich wieder so mit meinem Strom quälen wie vorhin?“ Den letzten Satz hatte ich verheißungsvoll in sein Ohr geflüstert und erntete wie erwartet ein stürmisches Nicken von meinem Spielzeug.
„Ja, das würde dir Spaß machen, nicht? Aber warum solltest nur du Spaß haben? Ich habe doch dein Handy hier, ich brauche nur die richtigen Knöpfchen auf deiner Seite zu drücken und schon werde ich stimuliert und du kannst nur hilflos zusehen.“ Ich ließ Finn sehen, wie ich auf seinem Handy die an mir angebrachten Saug- und Stromgeräte langsam hochfuhr. Ein Stöhnen entfuhr mir. „So ist es doch viel passender, nicht? Die Smartphone-Herrin lässt sich von deinem Smartphone verwöhnen und du kannst nur zusehen.“ Finn nickte langsam. Ich sah ihm in die Augen. „Das stört dich doch nicht, wenn ich für meine Befriedigung jetzt deinen Akku leermache, oder? Dann kannst du halt eine Weile nicht deine Mails beantworten und deinen Status aktualisieren. Das nimmst du doch gerne in Kauf, wenn du dadurch ein besseres Spielzeug für mich sein kannst, oder?“
Finn winselte durch die Nase, während er nickte und irgendwie gleichzeitig den Kopf schüttelte. Meine Erregung stieg, und ich fuhr die Stimulation an meinem Körper lieber etwas herunter. „Na, mein Spielzeug soll doch auch ein bisschen Spaß haben. Hast du Lust auf etwas Penetration? Hm?“ Jetzt war das Nicken eindeutig. Ich wählte seinen Knebel über mein eigenes Phone an. Finn wurde jetzt vollautomatisch in den Mund gefickt. Richtig tief, aber nur genau so weit, dass es ihn nicht zum Würgen brachte, das hatten wir vorher ausgemessen und in das System eingegeben. Die neue Technik war schon toll.
Ich fügte ein Pulsieren an Finns Nippeln hinzu. Er wand sich.
„Ja, so ist das schön“, flüsterte ich und atmete den frischen Schweiß in Finns Halsbeuge ein. Ein euphorisierender Geruch. „Lass dich schön von deiner Smartphone-Herrin benutzen. Benutzen und erregen. Ein braver Sklave wird auch mal belohnt. Glaubst du, du warst schon brav genug?“
Er nickte entrückt. Ich widerstand der Versuchung, einen sanften Biss in seinen Hals zu platzieren. Das hätte ihn nur rausgebracht.
„Na, dann bin ich mal nicht so.“ Meine Stimme hatte ein erregtes Timbre, das seine Nackenhaare dazu brachte, sich aufzustellen. Sehr gut. „Ein braver Sklave wird auch mal doppelt penetriert und darf der Herrin damit noch mehr Freude bereiten.“
Ich wusste, die Stromstöße in seinem Anus fühlten sich an wie eine echte Penetration, und der rhythmisch arbeitende Aufblas-Plug tat ein Übriges dazu. Die Stromwellen durch seinen verschlossenen Penis auch! Finn zitterte und schwitzte am ganzen Körper. Er lechzte nach Erlösung und himmelte mich an.
Die Sessionzeit war vorbei. Ich hatte alles untergebracht, was Finn mir zuvor an Fantasien präsentiert hatte. Er würde keinen herkömmlichen Höhepunkt erleben dürfen.
Ich griff nach seinem Smartphone und betätigte die Knöpfe für meine Verkabelung. Eine Welle der Lust durchströmte mich. Finns Smartphone, und das war ja fast das Gleiche wie Finn selbst, verwöhnte mich ziemlich raffiniert.
„Jetzt will ich mir doch mal ansehen, was sich da Interessantes in deinem Posteingang findet“, log ich keuchend, denn Finns E-Mails interessierten mich gerade wirklich nicht. „Oh, diese Nachricht wird dich interessieren. Mal sehen, ob du nachher noch genug Saft im Akku hast, um sie lesen zu können. Über deine Säfte bestimme ich, über alle!“ Finn fiepte durch die Nase, riss die Augen weit auf, wand sich verzweifelt und zuckte immer wieder vor unerfüllter Erregung. Ein Bild für die Götter.
Aber Finns Sessionzeit war vorbei. Jetzt begann meine Zeit.

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Autorin: Fräulein Eder

 

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